Sandstrahlen und Silikose

Strahlreinigung mit Quarzsand und die damit verbundenen Gesundheitsgefährdungen.

In der Vergangenheit wurde bei der Strahlreinigung Quarzsand als Strahlmittel verwendet. Aus diesen Tagen stammt auch der Begriff des „Sandstrahlens“. Heute ist bekannt, dass lungengängiger, kristalliner Quarzstaub bei Bautätigkeiten wie Sandstrahlen und Strahlreinigung eine sogenannte Silikose verursachen kann. Dabei handelt es sich um eine schwere oder sogar tödliche Atemwegserkrankung, durch Vernarbung und Verhärtung der Lungen.

In Deutschland und vielen anderen Ländern ist es verboten, Schleifmittel zu verwenden, die mehr als 1 % freien Quarz enthalten. Quarzsand-Strahlmittel enthält wesentlich mehr freien Quarz, üblicherweise um die 90 %, manchmal jedoch sogar 95 % und mehr. Während des Sandstrahlens zerbrechen die Sandpartikel in noch kleinere, mikroskopische Partikel. Diese Partikel sind nur 5 bis 10 Mikrometer (µm) groß und können sich in der Lunge ansammeln, wo sie Atemnot und eine Pneumokoniose (eine sogenannte „Staublunge“) auslösen können, die letztlich zum Tod führt.

Eine qualitativ hochwertige Strahlhaube mit einem gefilterten Atemschutzgerät gilt häufig als ausreichender Schutz beim Sandstrahlen, doch dies ist nur teilweise richtig. Bei Strahlarbeiten mit Quarzsand-Strahlmittel (Sandstrahlen) bilden sich in der umgebenden Luft große Staubwolken. Bei Windstille fällt ein kristalliner Quarzsandpartikel von 2 Mikrometern (µm) Größe in 24 Stunden nur um 1 Meter nach unten. Das bedeutet also, dass auch nach dem Sandstrahlen noch lange eine unsichtbare Staubwolke in der Luft hängt.

Wenn der mit dem Strahlen beauftragte Arbeiter seine Arbeit einstellt und die Strahlhaube abnimmt, kann sich auf der Innenseite der Haube eine große Menge an mikroskopisch kleinem Quarzsandstaub anlagern. Setzt er die Strahlhaube danach wieder auf, wenn er mit der Arbeit fortfährt, atmet er eine extrem hohe Dosis freien Quarzstaubs ein, anstatt durch seine Haube geschützt zu sein.

Die Risiken für Personen in der Umgebung der Strahlarbeiten sind sogar noch höher. Als Beispiel seien hier nur die anderen Arbeiter auf der Baustelle, im Büro usw. genannt. Durch Wind können die Staubwolken noch weiter verteilt werden und Personen treffen, die überhaupt nicht geschützt sind. In den letzten Jahren haben viele Länder Gesetze verabschiedet, die die Nutzung von Sand als Strahlmittel verbieten. In den Niederlanden wurde das Sandstrahlen mit Quarzsand als Strahlmittel bereits 1956 verboten.

Doch es sind qualitativ hochwertige Strahlmittel erhältlich: das renommierte Vasilgrit® Aluminiumsilikat (Kohlenschlacken-Strahlmittel), NAstra® Eisensilikat (Kupferschlacken-Strahlmittel), Scorex® Kalziumsilikat (Eisenofenschlacken-Strahlmittel) und Bekagrit Eisensilikat (Kupferschlacken-Strahlmittel) enthalten weniger als 1 % freien Quarzsand, wodurch sie weltweit als Strahlmittel zugelassen sind.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, für alle Fragen zu Strahlmitteln, sowie für eine fundierte Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir versorgen Sie gerne mit allen notwendigen Informationen.

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